Bienen.
Die Macher.
Standorte
Meine Bienen stehen das ganze Jahr über fest an verschiedenen Plätzen in Rheinhessen und der Pfalz. Ich wandere nicht mit ihnen. Dadurch dass die Vegetation jedes Jahr in unterschiedlichen Mengen Nektar und Pollen zur Verfügung stellt und auch für Bienen nicht immer Flugwetter herrscht, schmeckt der Honig nie gleich.
Naturnahe Haltung
Eigentlich versuchen alle Imker ihren Bienen optimale Lebensbedingungen zu bieten, die den Bedürfnissen der Tiere voll entsprechen. Nur so können sich starke, gesunde und letzten Endes auch leistungsfähige Völker entwickeln. Für mich sind dabei einige Punkte besonders wichtig:
-
Natürliche Materialien
Die Beuten (also Bienenkästen) meiner honigproduzierenden Völker bestehen aus unbehandeltem Holz. Ich mag die Art wie sich Holz anfühlt, riecht und wie es im Kontakt mit Regen und Sonne altert. Im Innern der Kästen überziehen die Bienen alle OberHächen mit Propolis, einem antiseptisch wirkenden Harz, welches sie neben Nektar und Pollen von den Bäumen sammeln. Dabei erhält das Holz eine honigfarbene OberHäche. Meine Ableger bekommen den ersten Winter als junges Volk dadurch erleichtert, dass sie in Kästen aus Styropor wohnen, damit müssen sie weniger Energie zum Heizen verbrauchen und entwickeln sich im Frühjahr etwas schneller.
-
Eigener Wabenbau
Bienen können Wachs "schwitzen" und haben besonders im Frühjahr und Sommer den Drang, damit zu bauen. Daher gebe ich ihnen die Gelegenheit, einen Teil ihres Brutnestes frei zu bauen, also ohne vorgeprägte Wachsmittelwände. Die dabei entstehenden Waben sehen manchmal ziemlich eigenwillig aus. Dadurch erhalte ich viel frisches Wachs, und Fremdstoffe, welche sich im Wachs anreichern könnten (z.B. Pflanzenschutzmittel), werden verdünnt.
-
Verzicht auf Medikamente
Leider benötigen im Moment fast alle Bienenvölker mindestens jährlich eine Behandlung gegen Varroamilben. Hierfür nutze ich nur im äußersten Notfall synthetische Tierarzneimittel. Ich konnte bisher immer mit einer Kombination aus biotechnischen Maßnahmen (z.B. Brutpausen und Brutentnahmen) und Anwendung von organischen Säuren meine Völker gesund erhalten.
-
Honig als Winterfutter
Aus Studien ist schon lange bekannt, dass die Überlebenswahrscheinlichkeit von Bienen im Winter steigt, wenn ihnen als Futter Zucker statt Honig zur Verfügung gestellt wird. Dennoch behalten meine Bienen auch einen Teil ihres gesammelten Honigs, da ich glaube, dass die Stoffe die den Honig für uns zu so einem wohlschmeckenden und gesundheitsfördernden Lebensmittel machen, auch für Bienen gut sind. Die Vorräte werden im Herbst durch Fütterung mit Zuckersirup in Bioqualität aufgestockt. Natürlich verhindere ich jedoch, dass dieser Zucker später im Honigglas landet!
-
Schwarmtrieb
Bienenvölker vermehren sich durch Teilung: im Frühjahr schwärmt die alte Königin mit einem Teil der Bienen aus und sucht sich eine neue Höhle, in welcher dann wieder Waben errichtet und Vorräte angelegt werden. Im ursprünglichen Volk schlüpft eine neue Königin. Leider können heute solche wild lebenden Völker nicht lange überleben (aufgrund von Krankheiten und Nahrungsmangel) und sind natürlich auch nicht immer willkommen. Deshalb verhindern Imker in der Regel das Abfliegen von Schwärmen. Ich versuche dabei, mit meinen Maßnahmen den natürlichen Prozess nachzubilden.
-
Bienen ohne Imker?
Eine Bienenhaltung ohne jegliche Eingriffe lehne ich ab. Dazu ist unsere Umwelt zu sehr durch den Menschen geprägt und kann "frei" lebenden Bienenvölkern keine guten Lebensbedingungen bieten. Unbetreute Völker leiden sehr unter Krankheiten und dem Mangel an vielfältiger Nahrung in weiten Teilen des Jahres und können dadurch zum Risiko für betreute Völker werden. Einen so hohen Anteil an leidenden und meist nicht überlebenden Völkern in meiner Umgebung möchte ich als Tierhalter nicht tolerieren, ebenso wenig wie dies Milchbauern, Schafhirten oder auch Hundehalter tun würden.
